Blinder Passagier

Die Bahn bis aufs Letzte gefüllt,
Passagiere in Schweigen gehüllt.
Die Stationen sind originell,
manche schwarz, andere fröhlich und hell.
Sie fährt ihn weiter durch das Leben, das er führt.
Sie hält erst an, wenn er den Notschalter berührt.
Sein Name ist hier egal,
jedes Wort für ihn eine Qual.
Jede Pille wird bitter geschluckt.
Bei der Fahrt nur aus dem Fenster geguckt.
Er hält sich krampfhaft an dem Haltegriff fest,
weil für ihn kein Sitz mehr übrig ist.
Fahrer halte die Welt an, damit er endlich hier raus kann.
Sein Blick ist sowieso schon leer und er hat seinen Fahrausweis nicht mehr.
In der Menge fällt er nicht auf,
doch die Fahrt nimmt konstant ihren Lauf.
Immer wieder versucht er sein Glück
und fällt weiter und weiter zurück.
Er fährt alleine in der Menschenvollen Bahn.
Er will hier raus und keinen Meter weiter fahren.
Fahrer halte die Welt an, damit er endlich hier raus kann.
Sein Blick ist sowieso schon leer und er hat seinen Fahrausweis nicht mehr.
 

 

http://www.maschgold.de/

2 thoughts on “Maschgold – Blinder Passagier

  1. Die Musik ist einfach klasse, der Text ist genial, nicht so flach sondern mit seinen Metaphern sehr tiefgründig. Sehr mutig, das Thema “Burn out” und “Suizidgefährdung” in dieser Form anzusprechen. Ein weit verbreitetes gesellschaftliches Problem wird auf den Punkt gebracht, der Finger direkt in die Wunde gelegt! Danke für diesen Beitrag!!!

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