Die Band UrSolar aus Hannover hat das Finale des Plattsounds Bandcontests im Kulturzentrum Alte Polizei in Stadthagen gewonnen und darf sich über 1500 Euro Preisgeld freuen. „Fassungslos. Das ist ein unfassbar geiler Erfolg mit dem wir heute nicht gerechnet haben, um ehrlich zu sein!“, sagte Gitarristin Natalie Palsa. „Obwohl niemand von uns platt spricht, ist es schön, dass die Leute gemerkt haben, wie dolle wir Bock auf den Song und den Contest hatten. Und dass wir dies authentisch zeigen konnten.“ Auch die anderen Teilnehmer*innen haben UrSolar imponiert. „Respekt vor den Mitbewerber*innen. Alle waren super. So viel Abwechslung, einfach genial!“

Vor rund 100 Besuchern in der Alten Polizei in Stadthagen und mehr als 800 Zuschauern im Livestream begeisterte die Band mit ihrem Song, der damit nun zum besten plattdeutschen Lied des Jahres gekürt wurde. „Die Siegerband macht ‘Lust’ op Platt. Und so heißt auch der Titel mit dem UrSolar sich in unser Herz gespielt hat“, sagte Jurorin Denise M’Baye. „Wenn sich Gefühl mit Humor und Charisma paart. Dann möchte man diesen Song mit Ohrwurmpotential mitsingen. ‘Man ik föhl dat in mien Bost, ik heff Lust.’“ Insgesamt traten elf Bands im Rennen um den Titel an und und spielten jeweils einen Song aus den Genres Rock, Pop, Indie, Punk und Singer-Songwriter.

Martens & Talea machten den 2. Platz

Martens & Talea – Foto: TE

1100 Euro Preisgeld sicherten sich Martens & Talea aus Emden und Großheide mit dem 2. Platz auf dem Siegertreppchen. Ihr Song „Bidder Enn“ überzeugte sowohl Jury als auch Publikum. Das Duo hatte sich extra für den Contest zusammengetan. „Meine Erfahrung und ihr Charme und ihre Stimme“, sagte Sven Martens, „das hat den Song rund gemacht.“ Auf dem dritten Platz landeten Stepdragon aus Bad Bevensen und nehmen dafür 800 Euro mit nach Hause.

Dritter Sieger bei Plattsounds 2021: Stepdragon

Dritter Sieger bei Plattsounds 2021: Stepdragon

Bereits vor dem Contest konnte im Internet via Online-Voting über den Publikums-Liebling abgestimmt werden. Martens & Talea konnten auch hier die meisten Plattdeutsch-Fans begeistern und gewannen damit 300 Euro Preisgeld. „Ich bedanke mich bei jedem Einzelnen der abgestimmt hat“, sagte die erst 12-Jährige Talea Grensemann. „Ich kann es noch gar nicht glauben.“

Die Jury hatte es nicht leicht, unter den zahlreichen hochwertigen und spannenden Beiträgen die Sieger zu ermitteln. Denise M’Baye (Sängerin/Schauspielerin), Jakobus Durstewitz (Musiker/Sänger bei JaKönigJa), Ilka Brüggemann (NDR 1) und Stefan Meyer (Oldenburgische Landschaft) wählten aber schließlich den Song „Lust“ zum besten plattdeutschen Lied des Jahres. „Plattsounds heet bi gode Luun veel Pläseer maakt un weer wies maakt, dat jung Musikers ehr Geföhlen un Gedanken up Platt best utdrücken köönt“, sagte Juror Stefan Meyer.

Dem kann sich Lu Seegers, die Geschäftsführerin der Schaumburger Landschaft, die 2020 und 2021 den Bandcontest ausgerichtet hat, nur anschließen: „Wir sind froh und glücklich, dass Plattsounds in diesem Jahr trotz der schwierigen Bedingungen live stattfinden konnte. Es ist wunderbar, dass die plattdeutsche Sprache so lebendig ist und junge Menschen sie lieben: Platt macht einfach im wahrsten Sinne einen wunderbaren Sound“.

Die Jurypause hat die Band Lighthouse Down überbrückt und großartige Coverversionen von AnnenMayKantereit und Kraftklub gespielt. Der Contest wurde zur Party.

Die komplette Veranstaltung kann hier noch einmal angesehen werden:

Vielen Dank an alle Musiker*innen die teilgenommen haben! Ihr macht Plattsounds zu dem, was es ist.